Shamisen richtig aufbewahren

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Wer sich möglichst lange an seinem Instrument erfreuen möchte, sollte sich Gedanken um die richtige Lagerung machen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Instrument sicher und praktisch abzulegen, wenn man es gerade einmal nicht spielt. Auch wer wenig Platz hat, wird sicherlich ein gutes Plätzchen für seine Shamisen finden.
Wie lagert man seine Shamisen am besten? Eine gute Frage, die früher oder später jedem durch den Kopf geht. Denn natürlich möchte man sein Instrument nicht nur beim Spielen, sondern auch danach optimal versorgt wissen. Zum Glück ist die Shamisen relativ pflegeleicht – vor allem, wenn man einen festen Koffer hat.

Die Optionen

Grundlegend gibt es drei Möglichkeiten, die Shamisen aufzubewahren:
    1. hinlegen
    2. hinstellen
    3. aufhängen
Keine der Lösungen ist dabei grundlegend besser oder schlechter als die andere. Der Shamisen ist es egal, ob sie liegt oder steht oder auf die Seite gekippt ist. Es kommt ganz darauf an, wie viel Platz zur Verfügung steht und was einen optisch anspricht.

Der kleinste gemeinsame Nenner

Egal, in welcher Position die Shamisen am Ende gelagert wird: Das Koma sollte nach dem Spielen unbedingt entfernt werden [ Video-Anleitung gefällig? So entfernt man das Koma richtig ]. Danach den Hals mit einem weichen Tuch abwischen, um Fingerabdrücke von Hals und Griffbrett zu entfernen, die das Holz auf Dauer angreifen. Ist die Shamisen mit Naturhaut bespannt, kommt der Dou jetzt in eine Washi-Hülle, die die Haut vor Feuchtigkeit schützt. In Deutschland ist das Klima allgemein stabil und trocken genug, dass eine Shamisen auch ohne Washi-Hülle gut durch die Jahre kommt. Aber wer nichts riskieren möchte oder ein stärker schwankendes Klima daheim hat, kann mit einer Washi-Hülle vorsorgen.
Als nächstes kommt das Instrument üblicherweise in eine weiche Stoffhülle – entweder ein Doubukuro, das den Dou vor Staub und anderem Schützt, oder ein Nagabukuro [ hier gibt es einen Artikel dazu, wie mam ein Nagabukuro richtig anlegt ]. Wenn das nicht vorhanden ist, ist ein weiches Tuch wie ein breiter Baumwollschal eine gute Alternative.

Standort und Raumklima

Unabhängig davon, ob die Shamisen am Ende steht, liegt oder hängt, sollte das Instrument ein möglichst gemütliches Plätzchen haben. Das bedeutet möglichst im Schatten ohne dauerhafte pralle Sonne, nicht direkt an der Heizung, und nicht an einer feuchten, zugigen Wand. Die Naturmaterialien, aus denen Shamisen hergestellt sind, reagieren auf solche klimatischen Schwankungen und im schlimmsten Fall reißen Haut und Holz. Wo man sich selber den ganzen Tag freiwillig aufhalten würde, ohne zu frieren oder zu überhitzen, wird auch ein guter Platz für das geliebte Instrument sein.

Hinlegen

Wer genug Platz hat, kann die Shamisen einfach flach hinlegen. Der Untergrund sollte möglichst ebenmäßig sein, damit nichts rutscht und im schlimmsten Fall runterfällt. Ich lege meine Shamisen gerne aufs Klavier, denn da ist immer Platz und es kommt keine direkte Sonne drauf. Besonders sicher ist das gute Stück in einem Instrumentenkoffer aufgehoben. Den kann man dann strategisch klug offen lassen, damit man das Instrument schnell greifen kann und nicht so viel Vorbereitungszeit zum Üben hat. Wer kleine Kinder oder Haustiere hat, sollte den Kasten lieber schließen, um vorhersehbaren Unfällen vorzubeugen. Ist die Shamisen im Kasten, ist wirklich jede Position sicher, denn der Kasten schützt das Instrument sehr gut. Den Kasten kann man auch gut auf die Seite legen und an eine Wand schieben oder hinstellen.

Hinhängen

Wer stabile Wände hat, kann sein Instrument auch an die Wand hängen. Viele Gitarrenhaken eignen sich dafür. Das Instrument liegt im Haken an der Chibukuro – also an der Wölbung am Anfang des Griffbretts – auf. Die Gabelung des Hakens sollte nur so weit sein, dass die Chibukuro sicher aufliegt. Einige Wandhaken für Gitarren sind etwas zu breit. Mit einem Ukulele- oder Geigen-Wandhaken kann man mehr Glück haben. Es kommt auf den Hersteller und auch auf die Maße eures Instrumentes an, was am Ende am besten passt. Die Dimensionen des Halses unterscheiden sich stark zwischen alten Hosozao (besonders schmal, Griffbreitt teilweise unter 24 mm) und Futozao (Griffbrett bis zu 34 mm breit).
Am sichersten hängt das Instrument mit seinem Gesicht zur Wand gedreht. So ist der Abstand zwischen Wand und Instrument geringer. Das Griffbrett und die Front des Dou sind nahezu auf gleicher ebene, sodass das Instrument dann sehr gerade und sehr nah parallel zur Wand hängt.  So manch einer möchte es sich ohne Hülle repräsentativ mit der Front nach vorne aufhängen. Das ist ein bisschen weniger sicher, aber am Ende muss das jeder natürlich selber entscheiden. Durch die Bauweise des Instruments und die Wölbung des Tenjins ragt das Instrument mit dem Griffbrett dann in den Raum hinein und nur die Rückseite des Dou und das Ende des Tenjin sind nah an der Wand.  Ich persönlich würde Sicherheit immer vor Schönheit walten lassen.

Hinstellen

Sehr praktisch und zugleich auch schön ist es, seine Shamisen in einem Instrumentenständer auf den Boden zu stellen. So kann man sich an seiner Schönheit erfreuen und hat es noch leichter griffbereit zum Spielen. Großer Nachteil: Man kann bei ungünstiger Platzierung versehentlich dagegen laufen und das Instrument mitsamt Ständer umschmeißen.
Ein Gitarrenständer ist grundsätzlich für Shamisen etwas zu breit, weil der Korpus der Shamisen bedeutend schmaler ist als der einer Gitarre. Wer eine Shamisen mit großem Korpus hat (Futozao Shamisen wie Tsugaru Shamisen) kann sein Glück versuchen. Die Shamisen liegt dann meistens mit etwas Schlagseite im Ständer. Das ist sicher, aber ein mulmiges Gefühl kann dabei schon aufkommen. Eine sehr gute Alternative sind Ukulelen- oder Geigenständer.
Demnächst zeige ich die verschiedenen Modelle im Vergleich inklusive einer Empfehlung für den praktischsten Ständer für Shamisen.

Hier das Video zum Artikel ansehen:

Schaut euch gerne auf YouTube mein Video zu diesem Artikel an, wenn Hören und Gucken für euch besser ist als Lesen.

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